Dieses Blog durchsuchen

Freitag, 7. Oktober 2016

«Wir wollen unser Baby wach, intelligent, ohne Bullshit»

Das sagt einer der bekanntesten und profiliertesten Journalisten des Tags-Anzeiger, Constantin Seibt, der per Ende Jahr seinen "sicheren" Arbeitsplatz aufgibt und gemeinsam mit anderen ein neues Journalismus orientiertes Medium aufbauen will und somit ins Risiko geht.


Constantin Seibt
(Bild: Tagesanzeiger.ch)
Gestern kamen erste, vermutlich gezielte Gerüchte auf. Dies im Zusammenhang mit der bekannt gewordenen Kündigung von Seibt beim Tages-Anzeiger. Es wird auf die Webseite eines Projekt-R mit .construction als Domian Extension verwiesen. Neben knappen Infos und dem Hinweis auf eine angesagte Rebellion, kann man seine Mail-Adresse hinterlassen, um direkt aus dem Projekt heraus informiert zu werden.

Leider ergaben meine Recherchen keine Hinweise darauf, wer neben Seibt noch hinter dem Projekt steht. Die Seite wurde bei einem Pariser Host und Registrar platziert.(.construction - eine hübsche Idee, seine Spuren zu verschleiern. Ein Indiz, dass hier technisch und internetphilosophisch kompetente Leute am Werk sind.) 

Heute nun gibt Constantin Seibt der Kommunikations-Fachzeitschrift Persönlich ein etwas weiter führendes Interview. Viel verrät er nicht. Gerade soviel, dass die Neugier geweckt ist. Zumindest bei mir, einem an der Medienbranche interessierten Leser und politischen Menschen.

Ich spekuliere darauf, dass Seibt und seine Mitrebellen auf Solution Journalims setzen werden. Damit würden sie in der Schweiz einen völlig neuen Markt definieren. Das neue Medium könnte auf diese Weise eine Community aufbauen, die an mehr interessiert ist als bloss "Likes" zu verteilen. Mit Sicherheit auch ein spannender Ansatz für Werbeauftraggeber.

So wie sich das anlässt, fühlt es sich an wie beim Berliner Krautreporter. Auch dieses Projekt wurde von Journalisten motiviert.


Spannen wird sein zu beobachten, wie die bestehenden journalistischen Plattformen wie InfosperberJournal21 oder La Cité auf die neue Konkurrenz reagieren werden. Seibt meinte, er und seine Partner seien schon seit zwei Jahren mit ihrem Baby beschäftigt. Zeit genug also, mit allen zu reden und Schnittstellen zu identifizieren. Wer weiss, ob die älteren Semester mit Seibt & Co. kooperieren. Gescheit wäre es im Sinne des Gesamtmarktes sicher.

Dienstag, 4. Oktober 2016

Lifestyle Drinks - Cider und sein Digitale Vermarktung, eine Fallstudie

Redbull kann als Vorbild gelten, wie man aus Zuckerwasser und einigen unbekannten Aromastoffen, und ein paar wilden Gerüchten ein unglaubliches Geschäft machen kann. Mit etwas gutem Willen sind die Gerüchte als Storytelling zu identifizieren, mit etwas bösem Willen waren es ein paar groteske Lügen. Taurin sei das Wundermittel, das aus Redbull mehr macht als nur Zuckerwasser. Ein paar übertüchtigte Beamte glaubten und setzten das Wasser auf die Sperrliste und verboten Redbull. Von da an war es geschehen. Redbull setzte zum Welterfolg an und der Erfinder Dietrich Mateschitz stieg vom einfachen Marketingleiter zum x-fachen Milliardär und reichsten Österreicher auf. Seine Leistung war ein Marketingkonzept, dass diese Bezeichnung wirklich verdient. Und: das man für Wasser jeden Preis verlangen kann, wenn man nur eine schillernde Geschichte rund herum baut und unterhält.

Die Getränkebranche hatte von Redbull zu lernen. Und sie lernte wie folgender Post aufzeigen sollte. Zum Beispiel die Bierbrauer. Vielleicht ist es etwas verwegen zu behaupten, Mateschitz hätte Generationen von Jugendlichen das Biertrinken ausgetrieben. Tatsache ist, dass der Bierkonsum empfindlich nachgelassen hat und seine seltenen Höhepunkt bloss noch an Events wie das Oktoberfest feiern kann. Ansonsten greifen die durstigen Kehlen nach Lifestyle Drinks. Kein Tag, an dem nicht ein neues Gesöff das Licht der Welt erblickt. In der Regel immer dasselbe: Wasser und reichlich Zucker, um den Stoffwechsel der Konsumenten zu boosten.


Einen neuen Höhepunkt erreicht gerade die MIGROS gemeinsam mit dem Getränkeproduzent Rauch, resp. Carpediem und einem Grüntee für den man für einen Liter 3.40 hinblättern muss. oder für ein Sixpack à 1.5 Liter sage und schreibe 30.60 Schweizer Franken. Rauch ist im übrigen einer der wichtigsten Redbull Prouzenten. Er operiert in Österreich und im Schweizerischen Rheintal.

Man achte auf auf die Botschaften auf diesem Inserat, erschienen im MIGROS Magazin vom 3. Oktober 2016.

Zum Vergleich: 6x1.5 l Coca Cola kosten bei Coop @home gerade mal 11.70 CHF, was bei Zuckerwasser ja auch nicht gerade billig ist.

Bei Redbull bezahlt man auch bei Coop @home 6.01 pro Liter oder für 6 Liter 40.80 CHF.

Für einen Liter Somersby bezahlt man bei COOP für einen Liter in der Glasflasche 6.78 CHF. Da hat es aber im Gegensatz zu den Softdrinks immerhin noch etwas Alkohol in der Flasche.
Und damit sind wir beim eigentlichen Thema dieses Posts.


Somersby als Cider ist eine Antwort des Bierbrauers Carlsberg. Während Heineken mit Strongbow auf Carlsberg reagiert.


Heineken geht den leichteren und vermutlich kostengünstigeren Weg der Me-too-Strategie. Statt wie Carlsberg auf eine aufwändige Geschichte zu setzen, die über die Sozialen Medien verbreitet wird und so versucht einen Kult mit einer Community zu etablieren, drückt Heineken völlig emotionslos ihren Cider Strongbow in die Vertriebskanäle wie der Artikel, erschienen bei Gastro Suisse, belegt.

Der Liter Strongbow kostet übrigens 5.68 CHF. Damit erfüllt Heineken auch hier das Kriterium der Me-too-Strategie.

Somersby hat im Vergleich mit allen anderen Lifestyle Drinks den wohl originellsten und potentesten Ansatz gewählt wie nachfolgende Prezi-Präsentation zeigt. Viele andere Versuchen mit viel Fantasie in allen möglichen Varianten Lifestyle zu produzieren, vermögen aber vielleicht mit Skandalierung, wie der folgende Zeitungsartikel in der Limmatthaler Zeitung zeigt, um Aufmerksamkeit zu buhlen. Weil offenbar der Bund seine Pflicht tut und nachkontrolliert, ob ein Cider wirklich ein Sider ist oder doch eher ein alkoholisches Getränk mit mehr als 15% Alkohol auf einen Liter, vermutet ein Importeur eine Verschwörungstherorie, die dankbar als Sommerschank in die Zeitung aufgenommen wird.








Somersby ist Kult und kann es sich inzwischen leisten in einer neuen Variante Apple zu verappeln wie in folgenden Video:



Aber schauen wir uns einmal genauer an, wie Carlsberg Somersby aufgebaut hat und wegen der Art und Weise noch viele Sommersaisons die Kehlen erfrischen wird, währen die meisten Lifestyle Getränke wieder verschwunden sind.

  



Lifestyle Drinks werden sehr gerne auch über eShops vertrieben. Hier das Beispiel, wie ein Cider-Sortiment angeboten wird.




  

Freitag, 30. September 2016

Material Design - Wie gestaltet man Webseiten?

Material Design ist ein Buzzword, das seinen Anfang bei Google nahm. Google will damit Webdesignern eine/ihre Designsprache näherbringen, die nicht nur bei der Gestaltung von Webseiten, sondern auch bei Android-Apps, dienlich sein soll.
Dem Material Design steht das sog. Flat Design gegenüber. Beiden Ansätzen ist gemein, dass sie auf grosse Bilder, Icons, Schriften sowie grossflächige Design-Elemente setzen.



Screenshot von design.goole.com
Im Gegensatz zu Flat Design setzt Material Design auf Funktionalität, weniger auf Ästhetik. Ziel ist es, die Interaktion zwischen Anwendung und Benutzer zu erleichtern.

Google's Webseite zum Thema ist wirklich gründlich und vermittelt Erkenntnisse in aller Tiefe. Ein Besuch für Design-Interessierte lohnt sich auf alle Fälle.

Hier ein paar zusammenfassende Themen als Teaser um was es geht.


Wo Licht ist, ist auch Schatten
Die Szenerie einer Webseite oder eines Smartphone-Screens wird wie auf einer Bühne ins beste Licht gerückt und jeder Gegenstand angestrahlt. "Ambient lights" werfen einen weichen Schatten an alle Kanten,  "Directional light" geniert einen Schatten in eine Richtung.

3D wo 2D ist

Auf den Screens soll dem Benutzer der Eindruck vermittelt werden, dass sich alles im Raum abspielt und dass Tiefgang hergestellt wird. So werden Gegenstände auf einer x-, y- und einer z-Achse dargestellt. 2-D-Gegenstände werfen eben dann Schatten auf den darunterliegenden Gegenstand oder den Untergrund, resp. Hintergrund.

Bewegung wird simuliert


Design erträgt Übertreibung schlecht. So gilt "Umblättern" als unerwünscht. Bewegung wird durch Interpolation erzeugt.

Material Motion zeigt wie eine App organisiert ist und was sie tun kann. Bewegung fokussiert auf verschiedene Ansichten, weisst darauf hin, was geschieht, wenn ein Nutzer die Geste abgeschlossen hat. Sie schafft eine Hierarchie und Beziehung zwischen den Elementen.

Kontinuität


Kontinuität ist ein gebot von Material Design. So soll jede Bewegung aauf dem Bildschirm logisch nachvollziehbar sein und nicht bloss der Ästhetik dienen. Zum Beispiel dient der "Inkdrop"-Effekt dem Nutzer anzuzeigen, dass er und wo er auf eine bestimmte Stelle geklickt hat. Davon ausgehend weiter sich ein Overlay radial aus.


Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Material Design eine Grundlage bietet, die konsequent angewendet zu optisch sehr ansprechenden Screen-Gestaltungen führt und ein Hilfsmittel ist, um die Benutzerführung zu vereinheitlichen und somit für den Nutzer zu vereinfachen.





Video zum Thema Making Material Design: 
Crafting Material


Hier noch interessante Links zu konsequent angewandtem Material Design Webseiten:

Material Up

- Material Design Lite
- Material Interaction
- Material Ui

Donnerstag, 29. September 2016

Smartwatch Made in Switzerland - 1,2 oder 3?

Das, liebe Leserinnen und Leser, ist Marketing vom Feinsten. Jean-Claude Biver beherrscht Storytelling wie kein anderer mehr in der Schweiz. Ich bekenne mich nicht als Fan von Biver, er ist mir für sein Alter viel zu hitzköpfig, nervig und irgendwie auch besserwisserisch. Diese subjektive Wahrnehmung muss nicht der Wahrheit entsprechen. Aber so kommt Biver bei mir an und meine, dass das nicht nötig wäre. Zu genial und zu gut positioniert sich Biver mit seiner TAG Heuer Smartwatch. Er und seine Mitarbeiter haben begriffen, was da abgeht in der Welt der Wearables. 

Und offenbar zahlt es sich aus, innovativ zu sein und Risiken einzugehen. TAG Heuer jubelt über steigende Umsätze, auch dank der TAG Heuer Connected Watch. Logisch, profitiert die Marke auch sonst. Wer erfolgreich mitmischt an der Digitalen Front, macht auch sonst gute Produkte.

Wäre mir die TAG Heuer Connected Watch nicht als Uhr zu teuer, ich besässe längst eine. Mehr als für eine Apple Watch habe ich nie bezahlt für einen Handgelenkbeschwerer. Aber ich verstehe auch die Preissetzung von Biver. Billiger wäre zu billig für den Brand und würde das Gefüge stören. Solange die Reichweite von TAG Heuer beschränkt ist, können sie daran nicht rütteln. Das ist alleweil gescheiter als Abseits zu stehen und Apple auszulachen.


Apple hat sich seit dem Launch ihrer Apple Watch an die zweite Stelle hinter Rolex als "Zeitmesser" positioniert. Derweil bricht die Schweizer Uhrenindustrie wieder einmal zusammen, weil ihr Klumpenrisiko China voll zum Tragen gekommen ist. Korrupt ist dieses Geschäftsgebahren nicht nur darum, weil die Produkte als Bestechungsmittel im grossen Stil missbraucht wurden und die Schweizer davon unverschämt profitierten, sondern weil es Innovationen, die es in den Uhrenateliers gab und sicher immer noch gibt, im Keim erstickt. Margenargumente gegen Innovationsrisiken und dabei Zigarren paffen, das ist alles andere als motivierend.

Was macht jetzt die Firma Swatch mit ihrer schwierigen Tochter ETA? Schafft man die Digitale Transformation und wird das produzieren was der Markt in Zukunft will? Statt Quarzwerke "Digitaler Herzschlag", der für alle zukünftigen Wearables benötigt werden? Schafft die Swatch den Turnaround und ersetzt die alte Poleposition der Quarzwerke und findet die neue Schlüsselrolle in der smarten Zukunft?

Wäre ich im Verwaltungsrat der Swatch, ich würde augenblicklich eine Dependence im Silicon Valley errichten und jeden anheuern, der mir weismachen könnte etwas von der Technologie der Wearables zu verstehen. Zielsetzung wäre binnen der nächsten fünf Jahre die ETA umzubauen und so zu positionieren, dass keiner mehr an ihr vorbei kommt, wenn er ein smartes Teil am Körper des modernen Menschen anbringen will.

Montag, 26. September 2016

Siroop und alle anderen - E-Commerce Report Schweiz 2016

Laut Urs Schäppi, CEO der Swisscom, im CASH, ist man mit der Entwicklung von Siroop seit seiner definitiven Lancierung im Mai zufrieden, will aber dem Startup zwei Jahre Zeit geben um sich zu entwickeln. Dann wird Kassensturz gemacht. Schäppi rechnet mit einer längeren Durststrecke, bevor man sich mit Amazon vergleichen zu können.

Amazon schwebt wie ein Damoklesschwert über dem Schweizer Detailhandel, der mit seinen Online-Plattformen nicht so richtig abheben will. Es ist ja auch kein Wunder, stecken doch traditionelle Händler so massiv in der Klemme, aus der es schier keinen Ausweg gibt. 

Amazon und viele andere Anbieter aus dem Ausland haben den Vorteil der ganz grossen Skaleneffekte und bieten ihre Ware weit unter dem Schweizer Preis an. Die Umkehrung, dass ein Schweizer Anbieter auch ins Ausland liefert, ist mir nicht bekannt. So kommt es, dass Schweizer Anbieter im Internet dieselben Preise für die Ware verlangen wie im Laden. Alles andere würde sie kannibalisieren. 

So stellt sich die grosse Frage, wie lange dauert es bis ausländische Anbieter den Detailshandelsmarkt der Schweiz zerstören?

Amazon hält einen Marktanteil von nur 8% in der Schweiz. Ob das genügt, um den Entscheid in der Schweiz einen Sitz zu etablieren und zum Next-Day-Delivery überzugehen, ist doch eher fragwürdig.

Eher dürfte passieren, dass der grösste Schweizer e-Commerce-Anbieter Digitec Galaxus mit 700 Mio. Umsatz im 2015 sein Spektrum weiter öffnet und statt das Geschäft weiterhin zu vertikalisieren hingeht und die Horizontalisierung anstrebt. So wäre Wachstum möglich und man würde Siroop in Schach halten, das angetreten ist, um eine Horizontalisierungsstrategie zu realisieren. Spannend wird sein wie lange MIGROS darauf verzichtet, Le Shhop und Digitec Galaxus zusammen zu führen.
Wie beim Digital Wallet TWINT und Paymit könnte es ja auch Sinn machen, wenn diese beiden grossen Akteure zusammenspannen und auf diese Weise Amazon und Co. im Schach hielten.
Doch wie bereits erwähnt, solange die Preise auf Online-Plattformen auf demselben Niveau angesiedelt sind wie im stationären Handel, wird der Schweizer Konsument sein Verhalten kaum verändern. Das konnte man schliesslich im Buchmarkt genauso beobachten. Nicht nur sinkende LeserInnen- Zahlen setzten der Buchhandelsbranche zu, sondern eben die billigeren Direktimporte ab Amazon und anderen.

Die Herausforderung ist die Logistik

Wie unter anderem, kann im E-Commerce-Report-Schweiz 2016 nachgelesen werden, wo neben der Preisproblematik der Hase sonst noch im Pfeffer liegt. Eben nämlich in der Logistik und der schwierigen topografischen, geografischen und gar sprachlichen Realität in der Schweiz. Hier eine Ware von A nach B zu bringen kann ein x-faches teurer sein, als ein gleich grosses Paket ab dem Logistikzentrum von Amazon irgendwo in Ostdeutschland. Das Problem ist die Feinverteilung. Nicht von Ungefähr pröbelt die Post Logistik an Alternativen zum Paketboten. Wenn die Kosten nicht runter gedrückt werden können, fallen Margen schwache Branchen gänzlich durch die Maschen. Diese wären dann definitiv das Einfallstor für ausländische Anbieter mit grösseren Märkten im Hintergrund.

Noch glaubt man hier und dort, man könnte die Konsumenten zu Abholstationen locken. Fragt sich dann, was das Motiv wäre, überhaupt Online zu bestellen, wenn ich mich so oder so verschieben muss. Damit wären wir wieder bei der Preisfrage.

Online-Marktplätze vs. Onlinewarenhäuser

Online-Marktplätze sind das was man als horizontaler Detailhandel versteht, während Online-Warenhäuser meistens aus der Spezialisierung, etwa wie BRACK, entstanden sind und dann mit dem Erfolg ihr Sortiment ausgeweitet haben in andere Bereiche.
Zu Onlinewarenhäusern entwickelten sich auch die Markenanbieter. In zwingender Logik aus dem Branding-Gedanken und dem dahingehende Aufbau von Marken-Communities, beugen sich die Markenhäuser immer mehr ihren Fans und bieten ihre Produkte in eigenen eShops an. Das war nicht immer so. Levi Jeans musste sich Ende der 90er Jahre so schnell vom Onlinemarkt zurückziehen wie sie als einer der ersten Brands sich anschickten, direkt an die Kunden zu verkaufen und zu liefern. Vor allem auf Druck des amerikanischen Detailhandels die 501 aus den Gestellen zu nehmen, liess Levis einknicken. Das hat sich seither grundlegend geändert und kaum eine Marke kommt noch ohne eigenen eShop aus. Man kann es bereits förmlich in unseren Einkaufsstrassen sehen wie gewisse Marken aus dem Strassenbild verschwinden. 



Quelle: E-Commerce Report Schweiz 2016

Treiber und Getriebene

Der e-Commerce-Report Schweiz 2016 - und seine Vorgänger - zeigt auf Grund von Experteninterviews auf, wer heute wo steht, wenn er noch steht. Der Einstieg von Swisscom/Coop mit Siroop, die Fusion Digitec Galaxus sowie die Übernahme von Ricardo durch Tamedia hat den Online-Markt Schweiz in Bewegung gebracht. Drei für Schweizer Verhältnisse Riesen, die sich in Zukunft diesen Markt wohl teilen und für kleine Anbieter wohl kaum viel Platz lassen. Ob sie der Marktmacht von Amazon, Zalando und den Markenhäusern widerstehen können, werden wir in den nächsten Jahren zu sehen bekommen.







Industrie 4.0 - hat bei Feintool Einzug gehalten

In der Schweiz gibt es nicht wenige Zulieferer der Autoindustrie. Die Digitale Transformation fordert von diesen Firmen heute jede Menge Investitionen in Innovationen. Ihr Stichwort ist Industrie 4.0.


Eine Vorzeigefirma ist das Schweizer Industrieunternehmen Feintool in Lyss. Sie verschläft Industrie 4.0 offensichtlich nicht wie ein Blick auf deren Webseite zeigt.

Mit FEINmonitoring bietet Feintool ein web-basiertes Wartungs- und Analysetool, das den technischen Zustand der Feinschneidpressen von Feintool kontinuierlich überwacht und die gewonnen Daten analysiert. Insbesondere diese Datenanalyse hat Feintool in den letzten Monaten nochmals deutlich erweitert.  Nach dem Grundsatz „Was man nicht messen kann, kann man nicht lenken“ ist FEINmonitoring Bestandteil und Grundlage für das Feintool Wartungskonzept Smart Maintenance. „FEINmonitoring ermöglicht es, Probleme früh zu erkennen. Smart Maintenance nutzt diesen Vorteil, um durch bedarfsgerechten Unterhalt die Anlagen-Verfügbarkeit zu steigern und planbare Unterhaltskosten sicherzustellen“, erläutert Marc Schneeberger, Business Development Manager bei Feintool.
FEINmonitoring heisst: In den Feinschneidpressen eingebaute Sensoren messen kontinuierlich verschiedene Werte, wie Stromverbrauch, Partikel im Öl, die Temperatur oder den Druck an verschiedenen Stellen. Die Daten gehen über eine sichere Mobilfunkverbindung zur FEINmonitoring-Data-Base, wo sie gesammelt, analysiert und ausgewertet werden. Bewegen sich die Messwerte in einem kritischen Bereich, erhält der Kunde eine automatische Information. Marc Schneeberger erläutert es am Beispiel der Öl-Temperatur: „Bisher wurde die Überschreitung der maximalen Öl-Temperatur erst angezeigt wenn Grenzwert erreicht ist und zwar an der Presse, also nur für den Bediener. Mit FEINmonitoring erhält der Kunde eine E-Mail oder eine SMS bereits bevor Grenzwert erreicht ist. Diese E-Mail kann direkt an den Unterhaltsverantwortlichen adressierte werden. Dann kann er vorher entsprechend eingreifen und einen drohenden Stillstand vermeiden oder verkürzen.“


Dienstag, 20. September 2016

Telefonbuch verso Social Media

Man hört und liest es überall, besonders aktuell rund um die Abstimmung über das Nachrichtendienstgesetzes. Mit Social Media sind wir als Individuum derart transparent geworden, dass es eigentlich keines Geheimdienstes mehr bedarf.

Stimmt es wirklich, dass wir zum gläsernen Bürger geworden sind? In der Mehrheit vermutlich schon. Ich habe einmal den direkten Vergleich gemacht zwischen Telefonbuch und Social Media.

Was verriet uns früher das Telefonbuch? Ein Telefonbuch ist übrigens tatsächlich ein Buch, das Adressen und Telefonnummern aus einer bestimmten Region beinhaltete. Für all jene Generationen, die das nicht mehr erlebt haben.

In meinem Beispiel zeige ich das Suchergebnis Hans Müller. Wenn man nicht wusste, wo der Hans Müller wohnte, blieb einem nichts anderes übrig als die Nummer 111 zu wählen und nachzufragen. War damals bei einem Allerweltsnamen keine leichte Sache. 

Heute kann man da schon selber fündig werden, wenn man sich bei der Recherche in sozialen Plattformen etwas auskennt. Klar, wenn man auch den Namen der Ehefrau von Hans Müller kennt, kann ich mir eine Recherche sparen und gleich bei tel.search.ch oder bei local.ch nachschauen.

Hingegen verrät mir eben Social Media plus Suchmaschinen eben schon noch etwas mehr, wie die Infografik zeigt.

37 Suchkriterien sind selbstverständlich noch nicht alles. Ziehen wir noch die Surfverläufe dazu und suchen weitere soziale Medien ab - z.B. SlideShare, Prezi, Pinterest u.v.m. - wird das Profil eines Jeden und Jeder immer schärfer.

Dieser Vergleich dient dem Verständnis, sich seinen eigenen Digitalen Footprint einmal vor Augen zu führen.

Empfohlener Beitrag

Meme Marketing - Die Kunst des modernen Viral Marketing

Grumpy Cat Meme Marketing ist eine Form des viralen Marketings, bei dem  typisch  gestaltete Bilder in der Regel mit  einem  witzigen Text u...