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Samstag, 6. Mai 2017

Warum Storytelling nicht auf Stars angewiesen ist

Hollywood verkauft seine Blockbuster fast immer mit dem Line-up seiner Darsteller. Unbarmherzig finden oft gute bis sehr gute Schauspieler nicht in eine gute Rolle, weil niemand sie kennt. Das führte dazu, dass in Schweizer Kinos fast nur noch Filme laufen, deren Hauptdarsteller man kennt. Wir sollen uns deren Köpfe anschauen und wo das Talent nicht reicht, geizt man nicht mit nackter Haut.

Dabei wäre das eigentlich gar nicht nötig, voraus gesetzt selbstverständlich, die Story ist gut. Wie schwer das ist, belegen auch die schier endlosen Sequal's. Auch diese leben oft vom zum Defacto-Brand gewordenen Film-Titel (Z.B.: Star Wars). Und immer weniger vom Inhalt. Doch so erreicht Hollywood die Massen.

Solches liegt selbstredend fern der Möglichkeiten einer Schweizer KMU. Das sollte aber nicht heissen, dass eine KMU nicht auf Storytelling als Werkzeug setzen sollte.

KMU's sollten sich dem "Minimal Storytelling" bedienen. Dazu braucht es keine teuren Schauspieler, sondern authentische Unternehmer, die hinstehen und ihre Produkte und Dienstleistungen selber vertreten. Ein Unternehmen braucht heute mehr denn je ein Gesicht, auf das man sich verlassen kann. 

Und die Geschichte? Meistens muss man sich nicht krampfhaft etwas aus den Fingern saugen. Entweder existiert ein Unternehmen schon länger und man findet in dessen Historie Ansatzpunkte auf die man aufbauen kann. Sei es, weil die Gründerväter damals eine einschlagende Idee hatten oder weil der Bedarf derart gross war, dass darauf ein Unternehmen aufbauen konnte. In dem Fall liegt der Ansatz für eine Geschichte im damals herrschenden Umfeld. Handelt es sich hingegen um ein Start-up der jüngeren Zeit, ist es immer spannend zu erfahren, wie die Gründung zustande kam. Die Jungunternehmer haben vielleicht noch keine "Geschichte", aber aus der Vision kann eine gebaut werden. Bleiben die unauffälligen, "gewöhnlichen" Unternehmen, die weder weltbewegende Produkte erfunden haben und produzieren, noch einzigartige Dienstleistungen erbringen. Wir wissen aus dem Marketing, dass jede Firma ihre USP's haben muss um sich von der Konkurrenz unterscheiden zu können. Daraus lassen sich einfache, aber überzeugende Geschichten schreiben. Sind solche USP's nicht vorhanden, eignet sich der Storytelling-Ansatz als Prozess solche herzuleiten.

Viele Beweise braucht es dazu eigentlich nicht, wie die Fischer Bettwarenfabrik schon seit Jahren zeigt. Das zwischen Schreikrampf und Begeisterung anzusiedelnde Video ist offensichtlich derart gut, dass auch die MIGROS Tochter Sportixx auf schon fast schmerzliche Weise auf "ziemlich einfach" macht:




Samstag, 22. April 2017

Wie schaffen Siroop, Amazon oder Alibaba an der Kundenbindung?

Ein Bachelor-Student will das systematisch untersuchen und bittet um Unterstützung seiner Umfrage. Ich bitte Sie, meine Leser, daran teilzunehmen. Hier geht es zur Umfrage.

Natürlich weiss ich es nicht besser und bin sehr an den Ergebnissen dieser Studie interessiert. Eines kann ich allerdings heute schon sagen. Die Gemeinschaftsfirma der COOP und Swisscom wird so wie sie heute dasteht, keine Chance haben, den Kampf des Online-Handels zu gewinnen.

Ich gab im letzten November eine Sammelbestellung bei Siroop auf und bin bis zum heutigen Tag in Bürokratie verwickelt, dass es ein Graus ist. Siroop hat völlig unmögliche Prozesse aufgesetzt, nämlich solche, in die der Kunde ungewollt verwickelt wird. Man muss sich mal vorstellen, man geht in ein Kaufhaus, füllt seinen Warenkorb und bekommt Fisimatenten über sechs Monate lang.

In meinem Fall wurden Waren nicht geliefert, aber belastet, dann gut geschrieben, zum Teil via Kreditkarte verrechnet und zum Teil auf Email-Rechnungen ausgestellt. Dann angemahnt ohne mitzuteilen, um welche Waren es sich handelt. Schliesslich kümmert sich ein externer Finanzdienstleister um das Inkasso. Der hat natürlich Null Interesse daran, den Kunden pfleglich zu behandeln. Den Kunden anzurufen und sich zu erkundigen wo das Problem liegt zum Beispiel. Stattdessen lässt man Monat für Monat Mahnungen heraus, schlagt zuerst 15.-, dann 25.- und bei der dritten Mahnung nochmals 35.- auf die Rechnung. Bei einem Rechnungsbetrag von 66 Franken. Zusätzlich kommt eine Administrationsgebühr plus Zinsen dazu. Schliesslich wird ein Betrag von CHF 157.40 fällig.

Der Dienstleister hat zwei Namen. Es gibt eine Powerpay und eine MF Group. Beides laut Auskunft der Siroop-Hotline dasselbe. Kontakt kann man mit der Firma nur via Kontaktformular via Webseite aufnehmen. Was ich tue, um zu erfahren, was man denn eigentlich von mir verlangt. Eine Antwort bekomme ich keine, dafür aber die nächste Mahnung.

Dann rufe ich die Powerpay an. Auskunft: Man wisse nicht, um welche Ware es gehe, da müsste ich mich bei Siroop erkundigen. Oder einfach zahlen, dann hätte ich auch keine Probleme. Dann rufe ich Siroop an und bekomme Probleme. Eine Begegnung der unanständigsten Sorte mit einer Dame, die jede Anstandsregel bricht. Am Ende weiss ich zwar um welche Ware es sich handelt, aber nicht, warum sie nicht per Kreditkarte abgerechnet wird. Langes Gstürm mit der Aufforderung, mich bei Powerplay zu beschweren. Siroop ginge das nichts mehr an.

Fazit: Um den ganzen Vorgang rund um meine ursprüngliche Bestellung bei Siroop nachzuvollziehen, müsste ich nun in die Tiefen meines Email-Accounts wühlen gehen, um die Siroop-Rechnung wieder zu finden. Und ich müsste all die Kreditkarten-Abrrechnungen überprüfen, was dort genau belastet wurde. Das ist mir zu viel unbezahlte Arbeit.

Ich bezahle was verlangt und verzichte die nächsten 5 Jahre darauf, bei Siroop noch irgend etwas zu bestellen. Zudem rate ich hier, die Finger von Siroop zu lassen. Ausser man hat Spass daran in eine Bürokratie verwickelt zu werden und schliesslich beim Richter zu landen. Ein Richter könnte nämlich von der Powerplay verlangen den Aufwand nachzuweisen für drei Mahnungsbriefe, für die sie fast 100 Franken verlangt. Da ich mit Powerplay nicht selber in ein Geschäftsverhältnis getreten bin, will ich mit diesem Haus auch weiterhin nichts zu tun haben. Mit Siroop allerdings würde ich vor den Kadi ziehen und sehr viel Lärm darum herum verursachen.

Donnerstag, 2. März 2017

Tierisches im Online Marketing

Während einer Nationalratskampagne vor einigen Jahren versuchte ich herauszufinden, welche Art von Texten und Motiven ich die BernerInnen via Facebook ich dazu bewegen konnte, mich auf ihren Wahlzettel zu schreiben. Lauf Facebook war es mir möglich, 220'000 BernerInnen via diese Plattform zu erreichen. Ich beschloss mich auf die urbanen Frauen zu konzentrieren, die ich praktischerweise aus den Städten/Agglomerationen Bern, Biel, Thun, Langenthal, Interlaken herausfiltern konnte. So erhielt ich eine Anzahl potentieller Empfängerinnen, die mein Budget bei voller Ausschöpfung nicht sprengen würden.

Nun stellte sich mir die Frage, zu welcher Art Bild welche Botschaft passen würde und so den Klick auf den Link zu einer Seite wahrscheinlich machte. Ich versuchte es zuerst mit meinem Bild und einer nüchternen Botschaft. Ergebnis: kaum Reaktionen. Ich versuchte es mit lockeren Anspielungen, witzigen Aussagen mit unterschiedlichen Bildmotiven. Der Zuspruch wuchs, aber ein Dialog it den potentiellen Wählerinnen ergab sich nicht. Das war eine bittere Enttäuschung, über die mich bloss die Tatsache hinweghalf, dass ich eben sehr früh auf diese Werbeplattform setzte und weit und breit kein Mitkonkurrent zu finden war. Bekanntlich belebt Konkurrenz das Geschäft. Das gilt auch in der Politik.


Schliesslich erinnerte ich mich an die alte Werber-Weisheit, dass Babys, Sex und Tiere bestens verkaufen. Mit Babys hatte ich seit längerem nichts mehr am Hut, meine Söhne sind längst dem Alter entwachsen, Grossvater werden war auch nicht in Sicht. Auf Sex und Politik wagte ich mich nicht, ich gebe es zu. Dann blieb das letzte Motiv, das Tier. Zum Glück besass ich einen Labrador. Von dem weiss ich, dass die Menschen positiv auf das Tier reagieren. Leider war er kein Poppy mehr, dass wäre natürlich der Hammer gewesen, wie aus Studien bekannt ist. Meiner hatte schon sein Alter, aber er war immer noch ein schöner Hund. So postete ich ein vorteilhaftes Bild von ihm und textete ihm Aussagen in den Mund, die in Kombination ein tolles Licht werfen sollten. Und in der Tat, das geschah auch. Die Klickraten gingen vergleichsweise zu vorher durch die Decke.

Doch auch damit entstand kein Dialog mit urbanen Frauen. Und leider muss ich sagen, wurde ich auch nicht zu Nationalrat gewählt, hatte nicht den Hauch einer Chance. Aber ich habe gelernt, dass die alten Werbergesetze auch im Internet funktionieren.

HIer geht es zu einem weiterführenden Artikel im eCommerce-Magazin mit dem Titel: Tierisches Marketing - warum Tiere bei Online-Kampagnen und anderen Werbeformaten überzeugen können (Veröffentlichung: 29.1.2015, abgerufen 2. März 2017).

Dienstag, 20. Dezember 2016

Der Aufschrei der Woche: Wie Valora an ihren Kiosken Daten sammelt

Wär es nicht ernst es wäre zum Lachen. Da geht die MIGROS über zum Individual Pricing und es scheint nur einige wenige Konsumenten zu interessieren, ausser jenen, die sich ärgern, weil sie mit der neuen Menge Rabattkärtchen nicht zu schlage kommen. Nun wird bekannt, dass die Valora ihre Kunden und Passanten via WLAN ausbaldowert und die halbe Schweiz steht Kopf. Ziemlicher Verhältnisblödsinn.

Immerhin, bei Valora scheint es weniger Schlafmützen zu geben als früher. Vor gut 10 Jahren stellte ich nämlich der Valora im Auftrag von Nokia eine Lösung vor, wie sie ihre Kiosks zu Bluetooth-Hotspots aufrüsten hätten können und derart die Frequenz erhöht hätten. Weil im Hintergrund ein Inhalteportfolio bestehend aus Spielen, Musiktunes usw. bereit gestanden hätte. Ein neues Geschäftsmodell in Ergänzung zu Kaugummi und Printmedien. Aber ich war zu früh und für Nokia zu spät. So läuft das eben in der Digitalen Transformation.

Zum damaligen Zeitpunkt gaben sich die CEOs bei Valora die Türfallen in die Hand. Für Innovation war da kein Platz. Nun erwachen die Detailhändler offensichtlich und versuchen sich auf neuem Gelände. Die Migros mit Big Data und die Valora mit WLAN. Unterdessen haben sich in den USA die Detailhändler etwa fünf Jahre Vorsprung auf die Schweizer aufgebaut. Mit Beacons. (Siehe Glossar: Beacons) Und den Schweizern bläst jetzt der kalte Wind des Einkaufstourismuses und des Onlineshoppings ins Gesicht. Jetzt wird gehandelt.


Folgende Fakten müssen uns zu denken geben. Als Konsumenten und als Bürger.

Die Pioniere im Einsatz von Beacons sind:


Wobei Beacons Unterstützung bieten können. Achten Sie gut darauf, so etwas gibt es in der Schweiz noch nicht. Wir werden uns spätestens in fünf Jahren aber daran gewöhnt haben:




Was die Kunden von solchen In-Store Informationssystemen halten:



Was Kunden erwarten und nachfragen:


Und wie sich Kunden verhalten:




Und schliesslich, warum sich die Detailhändler die Chancen des Einsatzes von Beacons nicht entgehen lassen sollten:



Quellen dieses Blogs: www.motorolasolutions.com; www.rishabhsoft.com; www.marketingtechblog.com; www.chainstorage.com; www.tapcrowd.com: mobisfera.com; www.getelastic.com; www.forbes.com

Mittwoch, 7. Dezember 2016

Big Data im Marketing

Seit geraumer Zeit spukt in Marketing-Kreisen das Gespenst namens Big Data herum. Wie so oft wenn Buzzwords die Runde machen, weiss jedeR etwas mehr als der oder die andere und auf jeden Fall besser als die/der andere Bescheid. Sturm im Wasserglas also? Ja und nein. Seit letzten Wochenende im Das Magazin ein Artikel erschien, der in einer Reportage aufzeigte, wie eine englische Firma bei der Brexit-Abstimmung und der Trump-Wahl eine Rolle spielte, indem sie Erkenntnisse aus dem Bereich Psychographie, Daten aus der Social Media Wolke und anderen nicht näher bezeichneten Quellen bündelte und daraus Folgerungen zog, um Abstimmungen und Wahlen beeinflussen zu können.

Ob nun diese neue Annäherungsweise in Abstimmungs- und Wahlkämpfern tatsächlich einen entscheidenden Einfluss haben auf das Resultat, wissen wir wissenschaftlich abgesichert (noch) nicht so genau. Das soll in diesem Post aber auch keine weitere Rolle spielen. Ich zeige hier auf, was gegenwärtig im Konsumgütermarketing gespielt wird und wohin die Reise möglicherweise geht. Macht spielt selbstverständlich auch hier eine Rolle, eine anders geartete zwar als in der Politik, doch am Ende des Tages, und nicht wie in der Politik am Ende einer vierjährigen Legislatur, muss die Kasse stimmen.

Dass die Kasse im schnelldrehenden Nahrungs-, Lebensmittel und Kunsumgüterbereich (Fast-Moving Consumer Goods (FMCG), resp. Consumer Packaged Goods (CPG) immer mehr nicht mehr stimmt - wegen der Globaliserung oder anderen Gründen? - zeigt folgende Darstellung aus der CPG-Industrie:
Die Aussage dieser Grafik auf den Punkt gebracht besagt, dass von einem ausgegeben Franken bloss noch 33 Rappen dafür sorgen, dass die Konsumenten zum Zeitpunkt der Promotion auch kaufen, während 67 Rappen wirkungslos im Äther verpuffen.
Warum also diese 67 Rappen noch ausgeben? Unvorstellbar, was geschehen würde, wenn die Procter&Gamblers (Werbeausgaben 2016: 7.2 Mia. $), die Unilever oder Nestlé's diese 67% nicht mehr in die Medien investieren würden. Das abrupte Ende der heute bestehenden Medienwelt stände kurz bevor. Inklusive der meisten Internet-Plattformen, die heute von der Werbung leben.


Ich sehe keine Anzeichen dafür, dass dieser Schritt in absehbarer Zeit vollzogen würde. Doch was ich sehe, weil ich es weiss, ist die Tatsache, dass die werbestärkste Industrie angefangen hat, diese 67 Rappen zu hinterfragen und Lösungen sucht, die Promotion wieder effizienter zu machen. Das wird mit Sicherheit zu Umschichtungen der Werbemittel führen. In diesem Sinne müssen sich die Medienunternehmen und Webplattformen, die weiterhin auf Werbeeinkünfte angewiesen sind, sehr, sehr warm anzuziehen.

Was geschieht "hinter den Kulissen"? Was geschieht auf Unternehmens- und Marketing strategischer Ebene? Folgende Darstellung soll die Energien im Thema Big Data aufzeigen und zum Denken anregen. Die Daten stammen aus seriösen Quellen, die hier leider nicht offen gelegt werden können. Es geht mir auch weniger darum, Werbung für eine bestimmte Firma zu machen oder eine bestimmte Lösung, sondern eben darum die Dimensionen und die sich im Gange befindliche Bewegung transparent zu machen.



Wir bleiben in der CPG Industrie und vergegenwärtigen uns deren Wertschöpfungskette. Sie besteht aus dem Kunden, dem Detailhändler, dem Grosshändler, dem Produzenten und dessen Zulieferer. Zwischen diesen Akteuren entstehen reichlich Informationen und Daten, die nicht naturgegeben allen Akteuren zur Verfügung stehen. Dies führt zu dem sog. Peitscheneffekt und daraus folgend zu erheblichen Kosten, resp. Verlusten. Hier setzt Big Data an und versucht die Effizienz zu erhöhen und dem unerwünschten und bisher nicht auszuweichenden Peitscheneffekt entgegen zu wirken. Indem eben die Daten zusammengeführt, angereichert und analysiert werden.




Eine Ursache des pPeitscheneffekts ist die Unwägbarkeit der Wirkung von Promotionen. Markt und Kunde lassen sich nicht und immer weniger steuern. Das heisst nicht, dass weniger konsumiert würde, sondern dass nicht in allen Fällen voraussehbar konsumiert wird. Zudem weiss der Produzent nicht immer rechtzeitig, wann der Retailer eine Promotion fährt und wenn er eine lanciert, weiss er nicht, wie sich die Nachfrage entwickeln wird. Das weiss auch der Retailer nicht, weshalb er sein Lager knapp hält, um dann rasch bei anziehender Nachfrage nachbestellt. Dies wiederum irritiert die nachfolgenden Positionen, die dann zu irrationalen Entscheidungen führt. Wird die Promotion durch Big Data nachvollziehbarer, verbessert sich die dahinter liegende Planung entsprechend. Zudem verspricht man sich weitere Erkenntnisse über Kunde, Märkte und Produktion.


Eine weiterer Effekt, der sich mehr und mehr zu einem grossen Problem entwickelt zu haben scheint, ist ein zu beobachtendes steigendes Preisbewusstsein der Kunden.
Mit Erfolg haben namentlich die Detailhändler die Kundschaft an regelmässige Discounts gewöhnt. Kluge Konsumenten decken sich jeweils reichlich ein, wenn zum Beispiel das Mineralwasser in Aktion zu haben ist. Innert Kürze wird das Lager des Anbieters geleert und der Lagerbestand der anderen Brands bleibt stehen. Entsprechend hart schlägt dann der Peitscheneffekt bei den anderen zu und zwingt sie zu entsprechenden Preisnachlässen. 



Wie also wird in dieser Industrie vorgegangen? Die Darstellung zeigt, dass Daten ab den 90er Jahren bereits eine Rolle spielten. Sicher gab es schon zuvor Daten, doch wurde damit im Sinne des Marketings auf Grund fehlender Instrumente wenig bis nichts angefangen. Doch dann begann der Prozess der unkoordinierten Datensammlungen an allen Ecken und Enden. In den Nullerjahren wuchs dann das Bewusstsein, die innerbetrieblichen Daten zu strukturieren und zu zentralisieren. Daraus wurden für das operative Geschäft Erkenntnisse gezogen. Effizient- und Produktionssteigerungen waren die Folge. Ab 2010 begann man die Daten quasi innerbetrieblich zu "kreuzen" und in dialektischer Weise Erkenntnisse zu gewinnen. Advanced Analytics wurde zur Praxis, die nun zu Predictive Analytics ausgeweitet werden soll. Vorausschauende Analyse soll helfen die Bewegungen der Märkte besser zu verstehen, sie zu antizipieren und in Zusammenarbeiten in der Wertschöpfungskette wirksam werden zu lassen.


So wie man zuerst intern die Daten mit internen Daten angereichert hat, sollen jetzt externe, unstrukturierte Daten gesammelt, zusammengebracht und analysiert werden. Diese Grafik macht deutlich, dass Big Data bloss eine Worthülse ist für etwas, was nun doch schon eine Weile praktiziert und immer besser verstanden wird.


Ziel ist und bleibt es, den Return of Invest bei Promotionen zu verbessern. Dafür sind viele Daten nötig. Schliesslich ist das Ziel den Kunden besser zu verstehen im Zentrum des Interesses. Und wenn der Kunde bereitwillig seine intimsten Daten der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt, wäre es weitgehend unverständlich, wenn man sie nicht auch sammelt. Zumal sie jeder der will sie sammeln kann. Niemand, kein Staat, kein Gesetz kann das verbieten.




So haben sich vor allem grosse Unternehmen aufgemacht und bedienen sich neuer Technologien, neuer Software und neuen Quellen, um den Forecast-Verlauf zu perfektionieren.

Nun ist das so leicht gesagt und die Zielsetzung scheint logisch. Die Konsequenzen auf Seiten Unternehmensorganisation alles andere als simple. Die vier Komplexe zeigen die Herausforderungen an die Firmen. Kaum eine besitzt heute oder seit Längerem ein Big Data Management. Gilt es aufzubauen. Die Komplexität der Technologien wird noch nicht beherrscht. Spezialisten, die grossen Datenmengen mit gescheite Konzepte entgegen treten können, haben Seltenheitswert und müssen zuerst aufgebaut werden. Nach Talenten wird gesucht. Neue Berufsfelder werden definiert, Wachstum darin ist angesagt. Und schliesslich sind die meisten Unternehmenskulturen immer noch der analogen Weltsicht verpflichtet, können sich Althergebrachtes nicht einfach entledigen, und es herrschen Zweifel und Furcht, sich mit neuen Unternehmenskonzepten zu beschäftigen oder sich sie einzuverleiben.

Hier wird ein bimodales Betriebsmodell vorgestellt, dass zum Ziel hat, Big Data für ein Unternehmen verfügbar zu machen.




Gerade Schweizer Unternehmen tun sich oft schwer, neues zu entdecken. Diese Darstellung zeigt, in welchen Bereichen Neues entdeckt werden könnte und wohl auch müsste. 




Big Data, das war zu befürchten, ist mehr als eine Worthülse. Big Data wird die Unternehmen, die Wirtschaft und die Politik verändern. Es kann niemand den Staat oder seine Verwaltung daran hindern, der Big Data Entwicklung offen entgegen zu gehen und davon zu profitieren. Das wird nicht geschehen. Bereits in den 1960er Jahren wurde die SAS von der amerikanischen Regierung gegründet und damit beauftragt, Daten für eine bessere Landwirtschaft zu sammeln und der Landwirtschaft aus den Daten Erkenntnisse zu liefern. SAS ist heute einer der grössten Anbieter von Werkzeugen zur Datenanalyse. Die Firma ist ein Treiber der Entwicklung und hat alles Interesse daran, dass das Datenanalyse einen Level erreicht. Sie wird also dafür sorgen, dass das Wissen dafür vergemeinschaftet wird und Big Data die Landschaft verändert.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Wenn es dreimal klingelt ist es nicht der Milchmann, sondern der Pizzamann, der das Headset bringt!

Endlich herrscht Wettbewerb in der Schweiz. Dank eCommerce und Online Handel. Noch letzte Woche hatten die Siroop-Leute ein müdes Lächeln für meine Forderung nach dem Same-Day-Delivery-Service. Ich schätze die Lage so ein, dass das nicht in allzu ferner Zeit der Match entscheidende Vorteil ist.


Siroop macht aber genau das Gegenteil. Ich bestellte am 25. November einen regelrechtem Warenkorb bestehend aus zwei Flaschen Portwein, zwei DVD's und zwei kabellose Headsets. Das sind bei Siroop vier verschiedene Lieferanten. Die erste DVD war am nächsten Tag bereits im Briefkasten. Der Portwein erreichte mich gestern. 5 Tage Lieferzeit für einen Lagerartikel. Naja. Heute erreicht mich die Email, dass die beiden Headsets nicht lieferbar seien wegen Lieferschwierigkeiten des Lieferanten. Ich entschied mich für das Produkt nach Preisvergleich und wunderte mich noch, wie billig Siroop das anbieten konnte. Nun ja, ich habe sechs Tage verloren und muss jetzt anderswo Ersatz suchen. Siroop aber muss versuchen solche Täuschungen zu verhindern. Wenn ihr Lieferant bloss einen Markttest macht oder Adressen auf diesem Weg sucht, dann finde ich das zumindest nicht okay. Also ran an die Hausaufgaben.

Achtung fertig, STEG!


Meine Headsets will ich jetzt bei STEG kaufen, oder zumindest versuchen zu bestellen. Warum STEG? 


STEG hat sich an die Spitze aller Haushaltelektronik-Lieferanten gesetzt und verspricht nicht bloss Same-Day-Delivery, sondern eine Lieferzeit von bis zu weniger als 3 Stunden am selben Tag. Letzte Bestellung vor 17 Uhr plus Zuschlag von 9.50 CHF und ich habe die gewünschte zwei Headsets noch heute Abend vor 21 Uhr. So zumindest das Versprechen.

Gesagt getan. Ich habe 16:59 h tatsächlich bestellt. Allerdings fand ich meine gewünschten kabellosen Headsets der Qualität Sennheiser, Bose oder Beats nicht.  Das Angebot kabelloser Headsets ist eher dürftig. Schade.

Dafür habe ich jetzt testeshalber ein Bluetooth Headset der Marke Plantronics Voyager Legend bestellt. Das ist bei weitem nicht ein Ersatz für einen Beats-Kopfhörer, sondern ein Bluetooth Kopfhörer zum telefonieren. In meinem Haushalt gibt es eine Bewohnerin, die liebend gerne stundenlang in alle Welt "kabelt". Ein kleines Weihnachtsgeschenk zum Preis von 84.90 statt 99.90 plus 9.50 Expresszuschlag.



Wenn die Lieferung nicht klappt, dann fällt meine Aufmerksamkeit zurück auf den Bestellprozess bei STEG. Der ist kühn. Ich musste mich erst gar nicht einloggen und ellenlange Tabellen ausfüllen, sondern konnte gleich die Ware suchen und in den Warenkorb legen. Nach der Zahlung per PostCard erhielt ich postwendend meine neuen Login-Daten. So etwas habe ich noch nie erlebt. Toll! Das ist Easy-Zugang! Nicht lange fackeln, den Kunden sofort kaufen lassen, auch wenn er gar nicht findet was er will. Weil ich mit wenig Klicks am Ziel war und vorher nicht administrativ gebremst, sprich meine Geduld nicht mit Nonsens strapaziert wurde, kam es zu einem Spontankauf. Sehr geschickt, liebe STEG-Leute.


17:19 h erhielt ich diese Bestätigungsmail, dass die Ware dem Kurier übergeben wurde. Ich wurde darauf hingewiesen, dafür zu sorgen, dass die Ware entgegen genommen werden kann. Werde ich natürlich tun, obwohl ich gerne wissen würde, was geschähe, wenn dem so nicht wäre. Gäbe es morgen einen neuen Anlieferversuch oder würde die Ware an STEG retourniert? 

Ich will es nicht herausfinden und warte jetzt auf das dreimal Klingeln des Pizzakuriers, der das Teil frisch anliefern wird.



Nachtrag 1. Dezember 2016
Um 21:17 h setzte ich eine Mail ab an die Firma STEG, dass die Ware nicht geliefert wurde. 
Ich checkte etwa fünfmal den Briefkasten. Statt des Headset's fand ich die zweite DVD aus der Bestellung an Siroop. Lieferant war das nicht eben kleine Buch und Medienhaus Lüthy und Stocker aus Solothurn. Sechs Tage Lieferzeit von Solothurn nach Biel ist nicht fein. Da muss einer den Weg zu Fuss gemacht haben.

Nachtrag 3. Dezember 2016
Gestern nach 10:00 h rief jemand meine Frau an - ich musste das Haus verlassen und konnte nicht länger warten - und fragte nach, ob jemand zu Hause sei. Sie wusste selbstverständlich nichts von meinem Testlauf. Kurz nach 11 Uhr lieferte ein sich nicht identifizierender Mann das Headset in einer STEG-Tragtasche. Wir haben Zweifel, dass es der Pizzamann war. Vermutlich musste ein STEG-Mitarbeiter selber die Lieferung ausführen.

Fazit: Es ist einfacher, eine Medienkampagne zu fahren als die Prozesse so zu organisieren, dass das abgegebene Versprechen auch gehalten wird. Mich interessiert jetzt noch, was STEG zu meiner Erfahrung sagen wird und ob ich die CHF 9.50 für den Express-Service wieder zurück erhalte.

Montag, 21. November 2016

Speakup - eine alternative ChatApp


Die Startup.ch Webseite
Eigentlich ist diese Chat-App nicht für die breite Öffentlichkeit konzipiert, sondern für den Universitätsbetrieb. Ziel der App ist es, die Diskussion einer Modul-Klasse zu ermöglichen und zu befördern.

Die StartUp WebApp
Studierende können Fragen an den Dozenten stellen und somit natürlich auch an die Klasse und sie können Dozentenfragen an die Klasse beantworten. Zudem können Studierende Fragen die von Studierenden im Backchannel gestellt werden gewichtet werden. So hat der Dozierende schnell einen Überblick über die brennendsten Fragen.

Zur Aktivierung des Publikums werden neuerdings sog. Klickerfragen gestellt. Die Universität Zürich betreibt dazu ebenfalls eine WebSeite mit der entsprechenden App. Hier wird das Ganze Instant-Respond-Class-System genannt. Der Dozent stellt der Klasse eine Frage mit möglichen Antworten. Die Klasse antwortet und augenblicklich wird das Resultat an die Wand projiziert. Damit soll die Zeit vorbei sein in der Dozierende Fragen stellt und niemand getraut sich das eis zu brechen.
iPhone Screen

Der Vorteil bei StartUp ist, dass alles völlig anonym abgewickelt wird. Niemand muss sich also für eine allfällig unvollständige oder falsche Antwort schämen. (Was ja eigentlich in einer gut geführten Vorlesung eh nie der Fall sein sollte...).

StartUp wird als wirkungsvolles Instrument gepriesen, um Studierende auch während der
Vorlesungen gezielt zu aktivieren und dabei einen guten Überblick zu haben, was verstanden wurde.

Tipp: StartUp eignet sich nach meinem Dafürhalten auch für ausserhalb des Unterrichts bei Wahrung grösstmöglicher Datensicherheit als Gruppenchat.

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