Direkt zum Hauptbereich

Blockchain für Newbies

Was muss ein ernstzunehmender Marketer von Blockchain wissen? Auf jeden Fall etwas mehr als Bitcoin, ein weiteres Buzzword aus dem Kontext von Blockchain. Dabei haben beide Dinge wirklich nur auf technischer Ebene etwas miteinander zu tun. Wobei Bitcoin die Blockchain-Technologie braucht, aber Blockchain nicht Bitcoin. Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall. Wegen Bitcoin und Konsorten ist die Blockchain etwas in Verruf geraten. Crypto Currencies wie Bitcoins und Ethers usw. genannt werden, basieren auf der Idee der Blockchain, die im Folgenden erläutert und hoffentlich abschliessend erklärt wird. Um ganz klar zu sein, Blockchain ist nur Technologie, nichts anderes. Die Crypto Currencies hingegen sind Use Cases. Und zwar solche, die zweifellos zu einem späteren Zeitpunkt als historisch wichtige Schlüsselerfahrung mit dieser Technologie bezeichnet werden.

Wie so oft in der Geschichte der Digitalen Revolution wurde mit den Kryptowährungen zuerst einmal ein neues Spielzeug für grosse Jungs weltweit gehypt. Bitcoin als virtuelle Währung die von keiner Zentralbank herausgegeben wurde, weckte die Fanatsie der Spekulanten und als die Coiffeure dieser Welt mitmischen wollten und auch mitmischten, war die Party doch sehr schnell vorbei. So geht das in der Welt der Spekulation. Das immerhin zeigte dieses Game den jüngeren Generationen.

Um das Thema der Kryptowährungen abzuschliessen sei hier auf die Liste der über 2'000 unterschiedlichen Währungen verwiesen. Wer Spass am Spekulieren hat, findet hier auf eigenes Risiko hin eine schier unendliche Möglichkeit sein Geld sprichwörtlich aus dem Fenster zu werfen: CoinMarketCap.

Was wir aber auch lernen konnten, ist die Beschränktheit der Blockchain-Technologie. Dazu jedoch später mehr. Hier nun erst einmal die Erklärung, worum es eigentlich bei der Blockchain geht, warum sie so heisst und mit welchen Anwendungen wir in Zukunft noch rechnen können.

Hash



Sagen wir einmal, der Hash, resp. die Hashfunktion sei die kleinste Einheit einer Blockchain. In der Kryptografie wird eine Hashfunktion typischerweise angewendet, um ein Inhalt so kurz und identifizierbar dargestellt ohne etwas über den Inhalt zu verraten.

Ein Beispiel.

Der Hash für folgenden Titel einer Geschichte sieht folgendermassen aus:

Titel: Dies ist die Geschichte des Erfinders der Blockchain

Hash: d903d4fba29993e0c7c2cd2c98dcc499f4e7ff1077cf3d7a0833b5c6385a7f33

Die Geschichte wie folgendermassen:

"Dies ist die Geschichte des Erfinders der Blockchain. Entschuldigung, das ist die falsche Spur einer Geschichte, die es so gar nicht gibt. Denn die Blockchain hat wie soviele komplexe Technologien viele Väter und vermutlich auch viele Mütter. Was sagt Wikipedia dazu: Erste Grundlagen zur kryptografisch abgesicherten Verkettung einzelner Blöcke wurden 1991 von Stuart Haber und W. Scott Stornetta, 1996 von Ross J. Anderson und 1998 von Bruce Schneier & John Kelsey beschrieben. 1998 arbeitete auch Nick Szabo an einem Mechanismus für eine dezentralisierte digitale Währung, die er „Bit Gold“ nannte. Im Jahr 2000 entwickelte Stefan Konst eine allgemeine Theorie zu kryptografisch abgesicherten Verkettungen und leitete daraus verschiedene Lösungen zur Umsetzung ab.
Das Konzept der Blockchain als verteiltes Datenbankmanagementsystem wurde erstmals 2008 von Satoshi Nakamoto im White Paper zu Bitcoin beschrieben. Im Jahr darauf veröffentlichte er die erste Implementierung der Bitcoin-Software und startete dadurch die erste öffentlich verteilte Blockchain."

Der Hash dazu: 0116a898b13b72e61fec174bfdda67053c2240c3121439e4f4b3a166355c6435

Wir sehen, dass beide Hashs dieselbe Länge haben. Dahinter aber unterschiedlich viele Daten stecken. Bei beiden haben wir keine Chance herauszufinden, was der Inhalt wirklich ist.

Beide Hashs wurden mit dem Algorithmus SHA-256 erstellt. SHA steht für Secure Hash Algorithm, der von der NSA in Zusammenarbeit mit einer Standardisierungsbehörde 1993 veröffentlich wurde. Solche Algorithmen gibt es selbstreden einige. Der Titel unserer Geschichte sieht folgendermassen aus:

Nun bauen wir einen Hash zu einem Block aus.

Der Block erhält eine Nummerierung und einen Zeitstempel und daraus einsteht der unverwechselbare Fingerabdruck.

Dies ist nun die Grundlage, um zu erklären, wie eine Blockchain entsteht. Wir bauen den Titel der Geschichte und die Geschichte nun in einer Blockchain zusammen.


Dies ist nun die einfache Basis zu verstehen, wie eine Blockchain entsteht. In der Realität wird die Sache selbstredend schnell sehr komplex, wenn man sich vorstellt, dass eine derartige Blockchain tausende, ja hunderttausende Blocks verbindet und darüber hinaus auch noch parallelisiert wird. Man redet dann von einem solchen Fall von einer Distributed Blockchain. Geht nun jemand hin und verändert einen Block, wird die Manipulation sehr schnell sichtbar. Wegen der schieren Masse ist aber ein derartiger Fall fast auszuschliessen.

Wenden wir uns nochmals der Kryptowährungen zu. Statt einer fantasievollen Geschichte kann wie wir wissen eben auch Geld oder virtuelles Geld mittels einer Blockchain transferiert werden. Statt Text, gibt es dann Zahlen:

Wird ein Block verändert, "schlagen" alle fogenden Blocks Alarm.

Weil es schliesslich um Geld geht, wird die Sache noch um einen Zacken komplizierter. Es geht dabei um die Identifizierung, resp. eben auch um die Verschlüsselung der Berechtigten einer Transaktion. Dazu werden Privat Keys und Public Keys geschaffen.

Das sieht dann etwa so aus:

Der Privat Key bleibt privat und der errechnete Public Key wird verwendet für Transaktionen

Eingesetzt kann man sich das wie folgt vorstellen:

Die Namen der Beteiligten sind verschwunden und durch Public Keys ersetzt worden.

Damit ist das Wesen der Blockchain und der Kryptowährungen dargelegt. Es fehlt noch die kritische Betrachtung.
Es gibt berechtigte Zweifel daran, ob sich die Blockchain-Technologie sich tatsächlich für eine virtuelle Währung eignet. Bekannt ist geworden wieviel Energie verwendet werden muss, um all diese Berechnungen, Verschlüsselungen, Parallelisierungen und das Mining vorzunehmen. Das ist die hauptsächliche Kritik, denn was wir bisher gesehen haben, wurde nur von einer elitären Minderheit genutzt. Die Masse der Menschheit war bisher nicht involviert.

Neben dem kolossalen Energieaufwand gibt es noch ein weiteres Problem, das bis heute nicht gelöst wurde. Es ist die grotesk lange Berechungszeit die eine einzelne Transaktion, resp. ein Mining in Anspruch nimmt. Unvorstellbar wie das heute bewältigt werden sollte, wenn die Massen erst auf diesen Zug aufsteigen würde. Die Systeme würden bersten.

Ich gehöre nicht zu denen, die wegen dieser Probleme abwinken und von rohrkrepierern oder dergleichem reden. Ganz im Gegenteil, ich bin davon sehr überzeugt, dass auch diese Technologie unglaublich verblüffende Anwendungen hervorbringen wird. In folgenden Blogs werde ich Use Cases präsentieren. Bleiben Sie dran!




Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Customer Journey - Mehr als ein Buzzword im Online Marketing

Die Customer Journey beschreibt den Prozess, den der Kunde vom Kaufimpuls bis hin zum Kaufabschluss - und wohl auch darüber hinaus - entlang den Kontaktpunkten des Anbieters, dem Brand, und dessen Produkten und Dienstleistungen durchschreitet.

Wie folgende Darstellung klar macht, steckt hinter dem Begriff eine ungeahnte Komplexität. Die Anforderung an die Unternehmen ist erdenklich hoch und verlangt eine Prozessorganisation.

Bitter vielleicht der Hinweis, dass je schmerz- und reibungsloser der Kunde den ganzen Prozess erlebt, desto perfekter ist im Hintergrund die Customer Journey organisiert.









































Als Hauptbegriffe des Customer Journeys tauchen folgende Worte auf:

Awarness = Ausmerksamkeit
Consideration = Abwägung
Intent = Absicht
Purchase = Kauf
Support
Loyality = Treue
Advocacy = Fürsprache

Wie so oft, werden Begriffe und Buzzwords mehrfach interpretiert und umdefiniert. Entscheidend ist zu verstehen, dass mit Customer Journey jede Phase betrifft während der ein Kunde mit einer Unternehmun…

Digital Product

Was ist ein "Digital Product"? Wer zum Beispiel auf Pinterest danach fragt, bekommt eine zwar einleuchtende, aber wenig weiterführende Antwort. Da wird etwa das eBook erwähnt. Klar, ein eBook ist in der Tat etwas Digitales, aber eben ein eBook. Es muss nicht auch noch ein Digitales Produkt sein. Oder auch Blogs scheinen bei der Recherche auf. Gut, klar ein Blog ist digital, das war er schon immer. Für mich aber ist ein Blog eher ein Medienprodukt.

Auch werden Apps genannt und damit kommen wir der Sache, die ich meine, ein schönes Stück näher. Aber es genügt mir noch nicht. Obwohl, wird eine App nicht bloss als Smartphone-App ausgelegt, sondern funktioniert auch auf anderer Hardware wie PC's unter einem Browser, dann wird das interessant. Wird sie nun auch noch auf den grossen Bildschirm gebracht, so wie das etwa Netflix tut oder die grossen Online-Games, ja dann sind wir eigentlich schon dort worauf ich hinaus will. Plötzlich öffnet sich das ganze wirtschaftliche Potenti…